Aktualisierung/Überarbeitung der evidenzbasierten S3-Leitlinie (AWMF-Nr.: 015-062)
- Wer ist die Zielgruppe? Wie viele Frauen sind jährlich betroffen?
9 Mio. Frauen sind jährlich in Deutschland von der Peri- und Postmenopause betroffen. - Inhalt der Leitlinie
Die S3-Leitlinie „Peri- und Postmenopause“ soll Grundlage für Entscheidungsprozesse im ärztlichen Alltag sein und ÄrztInnen bei der Aufklärung von Frauen über die physiologischen Veränderungen in dieser Lebensphase und Behandlungsmöglichkeiten behilflich sein. Sie soll dazu beitragen, eine angemessene Versorgung zu gewährleisten und sie ist die Basis für eine individuell adaptierte, qualitätsgesicherte Therapie.
Frauen sollen durch das ärztliche Aufklärungsgespräch fundierte Informationen über Nutzen und Risiken bei der Anwendung und Durchführung einer HRT (Hormone Replacement Therapy) erhalten. Darüber hinaus werden Hilfestellungen zur Ermittlung des individuellen Risikoprofils, der Therapieziele, sowie zur partizipativen Entscheidungsfindung (Berücksichtigung von Bedürfnissen, Präferenzen, Sorgen/Ängsten der Patientinnen) erarbeitet werden. - Inhalt der Aktualisierung
Die Literaturrecherche basierte in der letzten Fassung bereits auf umfassenden Studien. Der Bereich der Post-Menopause war mit relativ vielen Studien abgedeckt; bei der Peri-Menopause muss noch mehr Aufwand betrieben werden. In beiden Bereichen ist neue Evidenz in den letzten fünf Jahren hinzugekommen, welche als ausreichend für die Aktualisierung angesehen wird. Diese muss nun gesichtet, ausgewertet und bewertet werden. - Warum ist diese Leitlinie wichtig?
Hormontherapie erlebt einen enormen Aufschwung, teilweise gibt es unkritische Anwendungen und Bewertungen. Gut gemachte Leitlinien können hier Klarheit bringen und die Versorgung für alle betroffenen Frauen verbessern. Sie geben Antworten zu existierender klinischer Evidenz, die nicht jeder Arzt aus zeitlichen Gründen selbst recherchieren kann.
Die Leitlinie dient auch zur Sicherheit für die Verordner, weil in den letzten zwanzig Jahren ein Defizit über die Kenntnisse von Hormonen entstanden ist. Gleichzeitig beugt sie auch unrealistischen Hoffnungen oder Befürchtungen entgegen.
Die Aktualisierung wird von der Deutschen Stiftung Frauengesundheit gefördert.